Start Tipps für Ihre Topfpflanzen

Tipps zur Pflege Ihrer Topfpflanzen 

 

Wasser wirkt Wunder

Wie wichtig Wasser für das Wachstum ist, wird immer erst sichtbar, wenn es fehlt. Die Pflanzen beginnen zu schlaffen. Die Blätter werden welk und die Triebe kippen um. Kurzzeitige Trockenheit schadet aber nicht. Schon bald nachdem sie wieder Wasser bekommen, zeigen sich Zimmerpflanzen wieder in voller Pracht. Die Wurzeln pumpen es in die oberirdischen Pflanzenteile und machen die Zellen prall. Diese wiederum straffen das Gewebe und geben den Blättern ihre feste Form.

Gelegentliches Abtrocknen des Wurzelballens macht die Sauerstoffanreicherung in der Erde möglich. Bei ständiger Nässe mangelt es dagegen an Sauerstoff, der für Pflanzenwurzeln lebensnotwenig ist. Bei Sauerstoffmangel durch ständige Nässe beginnen die Wurzeln zu faulen. Ebenso wichtig wie eine ausreichende Wasserversorgung ist ein guter Wasserabzug, der durch Löcher im Topfboden gewährleistet sein muss. Überschüssiges Gießwasser im Untersetzer oder Übertopf muss natürlich weggeschüttet werden. Es sei denn, die Topfpflanze wurde von unten durch Anstauen mit Wasser versorgt, was durchaus möglich ist. Wenn nach ca. 1 Stunde noch Gießwasser im Untersetzer oder im Übertopf steht, muss es weggeschüttet werden.

 

Tipp:  ”Zeigerpflanzen”

Einige Pflanzen machen sich ganz deutlich bemerkbar, wenn ihnen Wasser fehlt. So rollt die Ctenanthe, ein sehr dekoratives Tropengewächs, ihre Blätter ein, sobald der Ballen austrocknet. Nach dem Gießen breiten sie sich bald wieder aus.

 

Weiches Wasser

Die meisten Zimmerpflanzen vertragen keinen Kalk. Ihnen bekommt Regenwasser, das ja von Natur aus kalkfrei ist, besser als Leitungswasser. Es lohnt sich also nicht nur aus Kostengründen Regenwasser zu sammeln. Dafür gibt es im Baumarkt spezielle Einsätze, die ohne großen Aufwand in Regenfallrohre eingebaut werden.

Das Regenwasser erspart das Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz. Dieses kann aber ebenfalls gefiltert oder nach dem Abstehen zum Gießen hergenommen werden. Pures Leitungswasser ist dagegen weniger empfehlenswert.

Ständiges Gießen mit Trinkwasser reichert das Substrat mit Kalk an. Diesen eigentlich ganz natürlichen Nährstoff vertragen die meisten Arten schlecht. Sie brauchen vorzugsweise neutrales Substrat und neutrales, also kalkfreies Gießwasser. Übrigens eignet sich auch zum Sprühen kalkfreies Regenwasser besser. Trinkwasser hinterlässt hässliche Kalkflecken auf den Blättern! Jedenfalls brauchen Zimmerpflanzen temperiertes Gießwasser. Kaltes Wasser sollte sich zunächst bei Zimmertemperatur erwärmen, damit die tropischen Gewächse keinen Schock bekommen.

 

Tipps zum richtigen Gießen

Ob die Pflanzen Wasser brauchen ist nicht immer offensichtlich. Auch Profigärtner müssen dazu näher nachschauen oder nachprüfen. Und zwar geschieht dies etwa durch das Anheben der Topfpflanze. Das Gewicht macht ganz eindeutig spürbar, ob der Wurzelballen noch gesättigt oder ausgetrocknet ist. Das gelingt jedoch nur bei kleinen Pflanzen in Kunststofftöpfen. Bei großen Pflanzen oder Pflanzen in Tontöpfen muss mit dem Finger nachgeprüft werden. Übrigens brauchen kleine Pflanzen viel öfter Gießwasser als große Exemplare, die ja wesentlich mehr Wasser im Ballen speichern können.

 

Düngung

Es gibt Zimmerpflanzen, die noch nie ein Gramm Dünger bekommen haben und dennoch recht vital sind. Immerhin holen sie sich die Energie mit Hilfe des Lichts aus der Luft, wenn sie genügend Wasser haben. Dennoch machen sich gezielte Nährstoffgaben sichtlich bemerkbar. Die Düngung fördert das Wachstum und die Blütenbildung. Und zwar regt Stickstoff (N) zum Treiben an, Phosphor (P) begünstigt die Entwicklung von Blütenknospen und Kali (K) stärkt das Gewebe. Zudem wirken Spurenelemente  wie Magnesium (Mg), Eisen (Fe) und andere günstig auf die Blattgrünbildung und allgemein positiv auf die Lebensvorgänge ein.

Selbstverständlich darf die Düngung nur während Wachstumsphasen geschehen. Im Winterhalbjahr etwa von September bis Januar ist sie schädlich, zumal es in dieser Zeit am nötigen Licht mangelt. Künstlich beleuchtete Zimmerpflanzen aus tropischen oder subtropischen Ländern sind natürlich ausgenommen. Sie grünen und blühen rund ums Jahr.

Bei normalen Bedingungen in Wohnräumen vertragen Topfpflanzen - und zwar alle Arten - die Nährstoffversorgung am besten etwa von Ende Februar bis Mitte August. Je nach Art und Düngemittel ist in dieser Zeit eine wöchentliche Gabe eines Volldüngers möglich. Dabei sind die Packungsangaben zu beachten, zumal es auch Langzeitdünger gibt, die mehrere Wochen halten. Auch frisch umgetopfte Zimmerpflanzen brauchen zunächst keinen Dünger, bis der Vorrat im neuen Substrat aufgezehrt ist.

Während der Dünger wirksam bleibt, darf es den Pflanzen nie an Wasser mangeln. Sonst sind Wurzelschäden möglich. Auf jeden Fall sind Düngergaben nötig, wenn die Pflanzen Mangelerscheinungen zeigen. Vor allem macht sich gelegentlich Eisenmangel bemerkbar, der an gelben Blattspreiten zu erkennen ist. Solche Blattchlorosen sind durch spezielle Eisendünger zu heilen. Sie können aber auch von einer Überversorgung mit anderen Stoffen herrühren. So legt besonders Kalk Spurenelemente fest und macht sie unwirksam. Hier wird wieder deutlich, dass nur eine möglichst ausgewogene Versorgung mit  allen ”Lebensmitteln” ein gesundes Wachstum erhält. Ein Kalküberschuss ist gut an Ausblühungen an der Substratoberfläche sichtbar. Solche verkrusteten Schichten sollten gelegentlich abgetragen und durch frisches Substrat ersetzt werden.

 

Umtopfen

Zimmerpflanzen brauchen von Zeit zu Zeit einen größeren Topf und zwar dann, wenn sie das Erdsubstrat völlig durchwurzelt haben. Wann es soweit ist, lässt sich am einfachsten feststellen, indem der Ballen aus dem Topf genommen wird. Das gelingt ohne Schwierigkeiten, wenn der Topf mit der einen Hand festgehalten und die Pflanze an der Basis gefasst und vorsichtig hochgezogen wird. Falls nötig, ist das Austopfen völlig durchwurzelter Ballen durch Umstülpen und Aufstoßen auf einer Tischkante möglich. Notfalls muss der Topf aufgeschnitten werden.

Solange aber noch lockere Erde vorhanden ist, braucht die Pflanze keinen größeren Topf. Normalerweise genügt das Substrat jeder Zimmerpflanze mehrere Jahre - Jungpflanzen, die sich ja rasch entwickeln, ausgenommen. Sobald aber nur noch Wurzeln sichtbar sind oder der Ballen gar aus dem Topf herausquillt, wird es höchste Zeit zum Umtopfen. Die beste Zeit dazu ist vom Spätwinter bis zum Sommer. Dann sind die Pflanzen im Wachstum und fassen bald wieder Fuß im frischen Substrat. In der Vegetationsruhe, im Winterhalbjahr, sollte nicht umgetopft werden. Der neue Topf sollte immer nur eine Nummer grösser sein als der alte. Dann gewöhnt sich der Wurzelballen leichter ein, als in einen zu großen Topf. Zum Umtopfen ist ein Tisch im Freien oder in einem Schuppen ideal. Hier stören die unvermeidlichen Erdkrümel nicht. Falls nötig ist das Umtopfen aber auch im Haus etwa in einer großen Plastikwanne möglich.

Zunächst wird der Ballen begutachtet und nach Schäden oder Schädlingen untersucht. Abgestorbene Wurzeln sind mit einer Schere gut zu entfernen. Bei der Gelegenheit lassen sich auch welke Blätter und störende Triebe ausputzen. Nach dieser Vorbehandlung kommt ein wenig Substrat auf den Boden des neuen Topfes. Das kann übrigens ein Ton- oder ein Kunststofftopf sein. Beide Typen haben Vor- und Nachteile. Tontöpfe sind luftdurchlässig. Das  kommt den Wurzeln zugute. Sie lassen aber auch das Wasser durch. Außerdem haben sie mehr Gewicht als Kunststofftöpfe und sie sind zerbrechlich. Kunststofftöpfe halten das Gießwasser besser. Sie sind leicht und stoßfest. Das Aussehen ist unwichtig. Die Töpfe verschwinden ja ohnehin in den dekorativen Übertöpfen.

Wichtig sind auf jeden Fall Wasserabzugslöcher im Boden. Diese werden eventuell mit Tonscherben abgedeckt, damit die Erde nicht durchrieselt. Sobald der Boden mit Erde befüllt ist, kann der Wurzelballen eingesetzt werden. Wenn er richtig mittig und ausreichend, aber nicht zu tief sitzt und rundherum ein gleichmäßiger Abstand zur Topfwandung besteht, wird mit Erde verfüllt. Das gelingt recht gut, indem der Topf während dem Eintopfen mehrmals aufgestoßen wird. Dabei setzt sich die Erde und sackt in vorhandene Hohlräume. Oben muss ein Gießrand bleiben. Sanftes Andrücken und nochmaliges Aufstoßen schafft den nötigen Halt. Beim anschließenden Angießen werden noch vorhandene Hohlräume mit Erde eingeschlämmt.

 

Tipp:

Achten Sie beim Einkauf der ausgewählten Topfpflanzen auf deren individuelle Standort- und Pflegebedürfnisse.